Die Camargue
Die Camargue befindet sich an der Südküste Frankreichs, hat eine Fläche von rund 1’000 km2 und wird von den beiden Armen der Rhone umschlossen. Somit liegt sie im Rhonedelta, auch wenn hier Delta weit gefasst wird. Die Camargue wird wirtschaftlich grösstenteils für die Landwirtschaft benutzt. Bekannt ist sie jedoch nicht dafür, sondern für ihre Landschaftsschutzgebiete, die einen Grossteil der Camargue überziehen. Die Camargue besteht aus vielen Sumpfgebieten. Flächenmässig ist dies jedoch nicht mit dem Ebro-Delta in Spanien zu vergleichen. Die Camargue ist vielfältiger und landschaftlich abwechslungsreicher als das Ebro-Delta.
Entstanden ist sie durch den Einfluss des Menschen. Schon in der Antike wurde der fruchtbare Boden für den Ackerbau genutzt. Durch das Aufstauen der Flussarme und das Roden von Waldflächen entstand immer mehr nutzbare Landfläche. Der südliche Seedamm wurde von Menschen aufgeschüttet, um das Eindringen des Meeres zu verhindern.
Ausflug in den Parc ornithologique de Pont de Gau
Da es mein erster Besuch in der Camargue war, entschieden wir uns, in den Parc ornithologique de Pont de Gau zu besuchen, da wir dort mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Flamingos sehen würden. Der Park befindet sich in der Nähe von Saintes-Maries-de-la-Mer. Dort angekommen war es noch früh am Nachmittag und die Sonne stand noch hoch. Wir hatten gehofft – und auch damit gerechnet – Flamingos zu sehen, waren dann doch von der grossen Anzahl überrascht. Die Schwierigkeit bestand hier nicht darin, einen Vogel zu finden, sondern darin, nur ein Vogel markant im Bild zu haben, ohne dass ein anderer störte.

Neben den unzähligen Flamingos haben wir auch viele weitere Vögel gesehen, darunter den obigen Stelzenläufer, eine Schnepfe, Graureiher, Kuhreiher, Seidenreiher und ein Teichhuhn. Ebenso haben wir Nutrias gesehen, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Die meisten Fotos schoss ich definitiv, als ein Seidenreiher direkt neben dem Ufer auf Fischfang war. Zuerst hatte ich das 600 mm Objektiv auf der Kamera montiert. Als ich aber merkte, dass sich der Reiher von mir nicht beeinflussen liess, montierte ich auf das 300 mm f/2.8 Objektiv um. So konnte ich die Hintergrundunschärfe nochmals etwas erhöhen und durch die grössere Blende die ISO um den Faktor 4 reduzieren. In ca. 6 Minuten schoss ich um die 600 Bilder. Mit den Ergebnissen bin ich durchaus zufrieden, denn ich habe den gefangenen Fisch genau im richtigen Moment fotografiert, als er zwischen dem Schnabel schwebte.


Später am Abend wurde das Licht goldener und wir konzentrierten uns auf die Flamingos. Es sind einige gute Bilder entstanden, mit denen ich zufrieden bin.



Am Strand in der Morgensonne

Da der Park erst spät nach Sonnenaufgang öffnet, beschlossen wir uns, den Morgen am Strand zu verbringen. Da wir die Gegend nicht kannten und nicht wussten, was uns erwarten würde, marschierten wir vor Sonnenaufgang los, um die Tiere zu suchen. Wir mussten nicht weit laufen, bis wir in der Nähe des Strandes Rosaflamingos fanden. Da die Sonne noch nicht über dem Horizont stand, hatten wir die Zeit, uns langsam an die Vögel heranzurobben, ohne sie zu belästigen. Beim Anschleichen ist es wichtig, eine kleine Silhouette zu haben, so sind die Vögel weniger Scheu, weil sie in einem eine kleinere Gefahr sehen. Aus diesem Grund krochen wir auf allen vieren an die Flamingos heran. Wie man auf dem Bild erkennen kann, war am Schluss alles nass und voller Sand. Da ich mit meiner Regenjacke nicht im Sand herumkriechen wollte, wurde mir dann mit der Zeit durch die Nässe und den kalten Boden richtig kalt.
Kurz nach Sonnenaufgang war ich in Position und die Flamingos posierten wunderbar. Um eine möglichst tiefe Perspektive zu erhalten, drückte ich die Kamera tief in den Sand. Die dabei entstandenen Fotos sind aus meiner Sicht die besten des ganzen Ausflugs. Es wehte etwas Wind und das Wasser war grösstenteils wellig. An einer Stelle war das Wasser jedoch glatt. Ich positionierte mich so, dass ich das Wasser nutzen konnte, um Spiegelungen zu erhalten.


Als ich durchgefroren war, machten wir uns auf den Rückweg. Noch bevor wir das Auto erreichten, posierten einige Reiher an einem kleinen Fluss. Obwohl die Sonne schon relativ hoch stand, konnte ich nicht widerstehen und schoss noch einige Fotos.



Fazit
Der Ausflug in die Camargue hat sich gelohnt. Sie steht ab sofort auf meiner ohnehin schon langen Liste der Reiseziele, die ich zum ersten oder auch zum x-ten Mal besuchen möchte. Ich kann jedem Naturliebhaber und jeder Naturliebhaberin empfehlen, die Camargue einmal im Leben zu besuchen.
